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SIKOP Schweizer Institut für Körperorientierte Psychotherapie
Die Körperorientierte Psychotherapie ist eine der Psychoanalyse nahe
stehende Psychotherapieform, die körperorientierte und verbale Arbeitsweisen
verbindet. Sie wurde von Dr. George Downing entwickelt, einem amerikanischen
Psychologen und Psychotherapeuten und früheren Professor für klinische
Psychologie an der California School of Professional Psychology in Berkeley. Er
befasste sich intensiv mit verschiedenen Formen der Körperarbeit und
integrierte diese in die psychoanalytische Arbeitsweise mit Übertragung und
Gegenübertragung. Seit 25 Jahren lehrt und arbeitet er in Europa und führt
Aus- und Weiterbildungsprogramme in Frankreich, Deutschland, Holland und anderen
Ländern durch. Er ist Gastprofessor für klinische Psychologie an der Universität
Klagenfurt und Leitender Psychologe in einem Projekt der Säuglingsforschung an
der Klinik la Salpetrière in Paris. Sein Buch „Körper und Wort in der
Psychotherapie“ erschien 1996 und beschreibt die Methode ausführlich.
Als theoretische Basis für verbale und körperorientierte Interventionen
dienen in der Körperorientierten Psychotherapie psychoanalytische Konzepte, im
speziellen relationale und interpersonale Modelle und Weiterentwicklungen der
Objektbeziehungstheorie. Eine
besondere Bedeutung haben die Erkenntnisse der modernen Säuglingsforschung, die
es ermöglichen, den präverbalen Entwicklungsbereich differenzierter zu
betrachten und neue Einsichten zu gewinnen. Diese helfen psychisches Geschehen
sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern zu beschreiben und zu verstehen.
Psychische Störungen, die ihren Ursprung auch im präverbalen Bereich haben, können
so besser erfasst, konkret exploriert und durch gezielte Interventionen
bearbeitet werden. In den Seminaren werden daher Beispiele früher
Eltern-Kind–Interaktion auf Videoaufnahmen studiert. Ein
zentrales Konzept der Methode sind die affekt-motorischen Schemata. Dies sind
prozesshafte psychische Einheiten, die kognitive und emotionale, insbesondere
aber auch körperliche, sensorische und motorische Elemente umfassen, und
ihrerseits Wahrnehmung, Erleben und Verhalten prägen. Mit diesem Konzept lässt
sich erfassen, wie der Körper unbewusst benutzt wird, um die Beziehung zu sich
selbst und zu anderen zu strukturieren. Die therapeutische Arbeit an solchen körperlich
verankerten Schemata erlaubt tiefgreifende Veränderungen in der Art und Weise,
wie wir uns selbst und andere wahrnehmen und wie wir uns in Beziehungen
verhalten. Die
Körperorientierte Psychotherapie nach Dr. George Downing ist anwendbar auf ein
weites Spektrum psychischer Erkrankungen bei Erwachsenen und Kindern. Es können
damit sowohl neurotische als auch frühe Störungen (z.B. Persönlichkeitsstörungen),
sowie z.B. Essstörungen und andere psychosomatische Erkrankungen behandelt
werden. Die Methode ist auch bei der Behandlung von Psychosen nutzbar und eignet
sich zur Therapie von Folgezuständen nach Traumatisierungen. Sie lässt sich
sinnvoll mit anderen therapeutischen Ansätzen, z.B. verbalen
Psychotherapieformen oder systemischer Paar- und Familientherapie verbinden.
Die
körperorientierte Psychotherapie kombiniert verbale Arbeit mit körperorientierten
Techniken. Sie dienen dazu, Atemmuster, Muskelorganisation und Körperhaltung
sowie die innere Wahrnehmung von Affekten und Körperempfindungen zu verbessern.
Körpertechniken werden nie isoliert eingesetzt. Ihre Anwendung geschieht
innerhalb eines klar definierten therapeutischen Settings, sie werden massvoll
und nicht-intrusiv verwendet und auf den Moment im aktuellen therapeutischen
Prozess abgestimmt. Unter
den Körpertechniken werden zwei Hauptkategorien unterschieden: a.
Intrinsische Techniken, welche die
Wahrnehmung der Körpererfahrung bei Klientinnen und Klienten durch spezielle
verbale Interventionen fördern, und Prozesse einleiten, die man als Körperassoziationen
bezeichnen könnte. Solche Techniken ermöglichen es, das Erleben des Körpers
auch in ein rein verbales Setting zu integrieren. b.
Extrinsische Techniken, d.h. spezifische
Körpertechniken mit und ohne Berührung, die geeignet sind, Körpervorgänge zu
mobilisieren, mit deren Hilfe habituelle Erlebens- und Verhaltensmuster auch in
ihrer körperlichen Dimension erkannt und verändert werden können. Beide
Interventionsformen sind wirksame Möglichkeiten therapeutischer Arbeit. Damit
ist intensive Arbeit mit dem Körper auch möglich, ohne Berührung einzusetzen.
Neben den Bedürfnissen und der Eignung der Patienten entscheidet auch der persönliche
Stil des Therapeuten darüber, welche Vorgehensweisen eingesetzt werden. Die
verbale Arbeit beruht auf der psychoanalytischen Arbeitsweise. Der
systematischen Arbeit mit Übertragung und Gegenübertragung, Abwehr und
Widerstand kommt daher zentraler Stellenwert zu. Die therapeutische Beziehung
wird also als solche kontinuierlich thematisiert, und dabei aber auch
kontinuierlich der Einfluss
reflektiert, den früher erlebte Beziehungen mit relevanten Bezugspersonen in
Form von Übertragung und Gegenübertragung haben. So können konflikthafte
aktuelle Beziehungen in ihrer biographischen Entstehung verstanden und im Übertragungsgeschehen
bearbeitet werden.
Weiterbildungs- und Ausbildungsprogramm Das
Weiterbildungsprogramm für Körperorientierte Psychotherapie mit Dr. George
Downing existiert seit über 25 Jahren. Ab 2001 soll zusätzlich ein
Ausbildungsprogramm in Köperorientierter Psychotherapie angeboten werden, das
den Anforderungen der Schweizer Charta für Psychotherapie entspricht. Das Weiterbildungsprogramm ( 3 Jahre ) Seminare: Das Weiterbildungsprogramm umfasst sieben fünftägige Seminare, welche
in einem Zeitraum von drei Jahren durchgeführt werden. Die Seminare folgen sich
in einem Abstand von jeweils ca. sechs Monaten. Sie werden ergänzt durch Übungen
in Peergruppen, Supervision und therapeutische Selbsterfahrung. Die Seminare und
die übrigen Elemente der Ausbildung werden im Kursprospekt detailliert
beschrieben. Alle Seminare beinhalten Therapie-Live-Demonstrationen, didaktischen
Unterricht und Übungen in Kleingruppen unter Supervision. In der Regel besteht
auch die Möglichkeit zur Selbsterfahrung. Das Hauptgewicht liegt aber auf einem
systematischen Lernprozess, in dem jedes Seminar auf dem Material des
vorhergehenden aufbaut. In jedem Seminar werden neue Körpertechniken gelehrt. Eine
spezielle Eigenschaft des Programms ist die Verwendung von Videoaufzeichnungen,
um die Entstehung grundlegender Verhaltensmuster in der Mutter-Kind-Interaktion
zu veranschaulichen. Dies ist auch für die Psychotherapie erwachsener Patienten
ein ungemein wichtiges Gebiet, das den meisten Therapeuten noch kaum bekannt
ist. In den Seminaren wird Material aus Untersuchungen der Säuglingsforschung
und von klinischen Fällen in Eltern-Kind-Psychotherapien gezeigt, sowie
Videoaufzeichnungen aus Dr. Downings Forschungsprogramm an der Klinik la Salpêtrière. Supervision: Es werden mindestens 40 Std. Gruppensupervision verlangt. Diese können
jederzeit während oder nach der Zeit der Trainingsseminare absolviert werden.
Regelmässig werden neue Kleingruppen-Supervisionen bei von Dr. G. Downing
ausgebildeten Supervisoren/innen angeboten. Eigene Therapie: Hat
ein/e Teilnehmer/in schon eine Einzeltherapie von mindestens 50 Std. in einer
anderen therapeutischen Methode gemacht, werden zusätzlich noch 20
Einzelstunden in Körperorientierter Psychotherapie verlangt, andernfalls beträgt
das Minimum von 50 Einzelsitzungen in Körperorientierter Psychotherapie. Peergruppen: Während des ersten Seminars werden Peergruppen von vier bis acht
Teilnehmer/-innen gebildet. Die Peergruppen treffen sich in den Intervallen
zwischen den ersten vier Seminaren für mindestens zwölf Stunden (aufgeteilt in
Blöcke zu zweimal sechs Stunden oder zu dreimal vier Stunden, je nach den Bedürfnissen
der betreffenden Gruppe). In der Peergruppe wird Literatur diskutiert, es werden
Fälle besprochen und Techniken geübt. Zulassungsbedingungen: Das Weiterbildungsprogramm ist offen für Psychiater/innen,
Psychologen/innen, Aerzte/innen, Sozialarbeiter/innen und Sozialpädagogen/innen
sowie für alle Personen, welche in einer anderen Therapie-Methode, wie z.B.
Psychoanalyse, Gestalttherapie, Transaktionsanalyse etc. ausgebildet sind.
Willkommen sind auch Personen, welche in einer anderen Form der Körperorientierten
Psychotherapie ausgebildet sind. Für diese sind ausser den Trainingsseminaren
alle Programmelemente fakultativ. Zertifikat: Das Ausbildungsprogramm ( 5 Jahre ) Das
gemäss den Richtlinien der Schweizer Charta für Psychotherapie gestaltete
Ausbildungsprogramm umfasst 12 fünftägige Seminare mit insgesamt 400 Stunden
Theorie, dazu kommen 250 Stunden Supervision (davon mindestens 100
Einzelsupervision) und 300 Stunden Selbsterfahrung. Das Programm soll eine
Charta-konforme Ausbildung ermöglichen, daher entsprechen auch die
Zulassungskriterien jenen der Charta. Spezielle Fortgeschrittenenseminare Therapeuten/innen
welche alle sieben Seminare der Weiterbildung besucht haben, sind anschliessend
berechtigt, die von Dr. G. Downing geleiteten fakultativen
Fortgeschrittenenseminare zu besuchen. Mindestens einmal jährlich wird ein
solches Seminar auf fortgeschrittenem Lehrniveau zu einem besonders relevanten
Thema Körperpsychotherapeuten aller Richtungen angeboten. Ausführliche
Darstellung Eine
ausführliche Darstellung der Theorie und Praxis der Körperorientierten
Psychotherapie findet sich in: George
Downing Körper
und Wort in der Psychotherapie Leitlinien
für die Praxis Kösel
Verlag, München, 1996.
Wenn
Sie sich um eine Aufnahme in das Weiterbildungs- oder Ausbildungsprogramm
bewerben möchten, senden Sie bitte Ihre Bewerbung an folgende Adresse: SIKOP
Schweizer Institut für Körperorientierte Psychotherapie
Administration
R. Epstein-Mil |
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