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  BSV-Anerkennungsverfahren - allgemein
  Arbeits-Gruppe BSV des CH-EABP's
  Bericht an die BSV-Kommission und Einladung zur nächsten Besprechung

 

BSV - Anerkennungsverfahren

Kriterien zur Standardisierung der Prüfung von Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit von psychotherapeutischen Methoden (WZW).

Koordination der Anerkennungsverfahren der Schweiz. Institute für Körperpsychotherapie® durch den CH-EABP

 

Grundsätzliche Überlegungen

Der CH-EABP wurde 1992 gegründet mit dem Ziel die Bestrebungen der verschiedenen Schulen für Körperpsychotherapie® zu koordinieren und Synergien für Ausbildung, Fortbildung, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Wir stehen heute mitten in einem Prozess der schon lange begonnen hat. Auf der Suche nach neuen Organisationsformen als Dachverband für Körperpsychotherapie® haben wir unsere Energie auf drei Bereiche konzentriert: Solidarität, Kommunikation und Qualitätssicherung. Die Mittel dazu sind gemeinsames Auftreten nach Aussen (Informationsbroschüre, Kongress), Informationsaustausch und Kontakte über Kongresse und wissenschaftliche Tagungen, Fortbildung sowie Forschung.

In den Organisationsformen der verschiedenen Schulen für Körperpsychotherapie® sind Entwicklungsprozesse im Gange, welche weggehen von hierarchisch, exklusiven und statischen Organisationen, hin zu einem neuen Paradigma: partizipierend, verbindend, beweglich, einschliessend und integrierend.

Ein 1. Treffen der Schulen für Körperpsychotherapie®, die in der Charta der Schweiz. Psychotherapeuten-Verbände vertreten sind, fand in diesem Geist am 8. April 1998 in Basel statt, organisiert durch den Vorstand des CH-EABP, mit dem Ziel, das vorgesehene Anerkennungsverfahren vor dem BSV gemeinsam zu vertreten.

Für die Anerkennung der Körperpsychotherapie® ist es wichtig zu wissen, dass das Bundesamt für Sozialversicherung einen Kriterienkatalog zur Prüfung von Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit von psychotherapeutischen Methoden entwickelt. (Die 4. Fassung wird voraussichtlich im Juni erscheinen). Das BSV ist nicht interessiert einzelne Schulen (in der Schweiz wahrscheinlich über 50) zu prüfen, sondern das BSV möchte sich auf Prüfungen von Methoden einlassen. In diesem Sinne unterstützen wir das BSV, indem wir gemeinsam auftreten und nicht die Experten der dortigen Kommission durch verschiedene Philosophien und Hintergründe unnötig verwirren und belasten.

Die Schweiz gibt etwa 40 Milliarden Franken für ihr Gesundheitswesen pro Jahr aus. Nur etwa 8% davon betreffen die Psychiatrie und Psychotherapie. Demgegenüber sind die ökonomischen Folgen der Fehlbehandlungen von psychosomatisch-kranken Patienten grotesk:

amprecht, Professor für Psychosomatik in Hannover, schätzt die ökonomischen Folgen von Fehlbehandlungen psychosomatisch Kranker in Deutschland zwischen 60 bis 120 Milliarden DM pro Jahr, welche durch gezielten und sinnvollen Ausbau des adäquaten therapeutischen Bereiches eingespart werden könnten. (Friedhelm Lamprecht; Die ökonomischen Folgen von Fehlbehandlungen psychosomatischer und somatopsychischer Erkrankungen: PPmP Psychother. Psychosom. med. Psychol. 46 (1996) pp 283-291.

In der Schweiz wurden diese Kosten bisher noch nicht berechnet, wir wissen aber aus zahlreichen Arbeiten, dass auch in der Schweiz die psychosomatisch-kranken Patienten zum grossen Teil nicht wirklich ursächlich behandelt werden, sondern durch Untersuchungen, symptomatische Pseudo-Behandlungen etc. hingehalten werden und oft über Jahre dann chronifizieren, und später auch die Invaliden-Versicherung belasten. Wenn man nur schon das Problem der Rückenschmerzen anschaut, handelt es sich um den 2.-wichtigsten Faktor für die Erteilung von Invalidenrenten in der Schweiz (etwa ein Drittel aller krankheitsbedingten IV-Renten). Ein grosser Teil dieser Rückenschmerz-Patienten leidet an einer funktionellen Störung und es liegt sehr häufig eine maskierte Depression vor. (R. Darioli, Ökonomische Aspekte von Kreuzschmerzen: Schweiz. Ärztezeitung; Prävention, Public Health; 1998; 79: Nr 19, pp 868 - 870

Kostenreduktion im Gesundheitswesen kann nur erreicht werden durch Verbesserung der Qualität der Behandlung, besonders auf dem Gebiete von Krankheiten die zwar häufig vorkommen, aber bisher noch wenig Behandlungsmöglichkeiten dafür vorliegen.

Gerade auf dem Gebiet der psychosomatischen Medizin ist die Körperpsychotherapie® besonders sinnvoll, weil ein ganzheitlicher Ansatz gewählt wird, und weil sehr oft das Problem zuerst körperlich angegangen werden muss, bis der zugrunde liegende (abgespaltene) Konflikt allmählich ins Bewusstsein gerät und dann auch über die therapeutische Beziehung spürbar, erlebbar und behandelbar gemacht werden kann.

 

Meine Utopie:

In den nächsten Jahren wird Körperpsychotherapie® eine anerkannte, wirksame Therapiemethode, mit breitem Anwendungsspektrum, insbesondere auch im Bereich der psychosomatischen Leiden. Auf dem Weg dahin sind noch viele Hürden zu nehmen, zuerst auch die Anerkennung durch das BSV, und damit auch die Gewährung der Kostenrückerstattung dieser Behandlungsmethode durch die Krankenkassen.

 

Kurzfristiges Procedere für das Anerkennungsverfahren:

Ich hoffe, dass wir insgesamt nicht mehr als 5 Sitzungen benötigen :

1. Kontakt, Bestandsaufnahme, Ausmachen von Synergie-Effekten untereinander

2. Erarbeitung eines Grobkonzeptes

3. Detailberatung

4. Detailberatung

5. Synthese und Fertigstellung

 

Für diesen Anerkennungsprozess benötigen wir die koordinierende Mitarbeit einer Sekretärin, ausserdem Beratung und Supervision durch ein übergeordnetes Büro, das Erfahrung hat mit Anerkennungsverfahren durch das BSV. Die Finanzierung könnte teilweise durch das CH-EABP übernommen werden.

 

Mai 1998

Thomas Ehrensperger

 

Arbeits-Gruppe BSV des CH-EABPs

Basel, den  27.12.01 / E/br

David Boadella, Dr.h.c.
Benzenrüti 6 
9410 Heiden
tel G: 071  891 68 55
fax 071 891 58 55
biosynthesis@bluewin.ch
Walid Daw 
Stauffacherstr. 77
3014 Bern
tel G: 031 333 11 77
tel P: 031 305 49 33
fax 031 332 48 77
core.energetics@freesurf.ch

 

Thomas Ehrensperger, Dr. med.
Wielandplatz 2
4054 Basel
tel G: 061 301 78 78
tel P: 061 281 31 54
fax 061 301 41 61
thomas@ehrensperger.com

 

Markus Fischer, Dr. med.
Wartstr. 3
8400 Winterthur
tel G: 052 212 64 64
tel P: 052 319 40 44
fax 052 212 34 33 
ibp-institut@pop.agri.ch 

 

Christine Geiser
Weiherhofgasse 9
9500 Will
tel G: 01 272 48 30
tel P: 071 910 17 90
fax 071 910 17 91
ch.geiser@bluewin.ch

 

Ernst Juchli
Weiherhofgasse 9
9500 Wil
tel G: 01 272 48 30
tel P: 071 910 17 90
fax
071 910 17 91
ernst.juchli@bluewin.ch

 

René Kostka
Innere Grundstrasse 3
8910 Affoltern a.A.
tel G: 01 383 88 01
tel P: 01 761 15 58
fax 01 444 50 33
kostka@bluewin.ch

 

Yvonne Maurer, Dr. med.
Kanzleistr. 17
8004 Zürich
tel G: 01 242 29 30
tel P: 01 251 06 09
fax 01 242 72 52
ikp@access.ch    

 

Christa Ventling, Dr. Phil.
Holbeinstr. 65

4051 Basel
tel G: 061 272 41 40
tel P:
061 721 44 31
fax 061 722 00 61

c.vent.@bluewin.ch
 

 

 

Bericht an die BSV-Kommission und Einladung zur nächsten Besprechung

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Im folgenden berichte ich Euch kurz zur Situation im BSV und unserer Frage nach Anerkennung unserer Methode.  Ausserdem möchte ich Euch alle zur einer gemeinsamen Sitzung einladen, in welcher wir das weitere Procedere festlegen sollten.

 

1. Lagebeurteilung

In einem längeren telephonischen Gespräch mit Herrn Dr. Schürer vom BSV erfuhr ich den jetzigen Stand  der politischen Entwicklung: Das BSV und vor allem  Frau Bundesrätin Ruth Dreyfuss, machen sich grosse Sorgen über die Entwicklung der Kosten im Gesundheitswesen. Für die Bevölkerung ist die Schmerzgrenze der Krankenkassenprämien erreicht, und es regen sich zunehmend Widerstände gegen neue Kostenfaktoren im Gesundheitswesen. Gemäss einer kürzlich durchgeführten Umfrage bezeichnen über 50% der Schweizer Bürgerinnen und Bürger die Kostensteigerung im Gesundheitswesen als das grösste Problem in unserem Staat. Die Einführung des neuen medizinischen Tarifs TARMED auf den 1. Januar 2002 ist geplant, aber die Realisierung immer noch nicht gesichert. Dieser Tarif wird voraussichtlich auf Januar 2002 in der Schweiz eingeführt. Obwohl ursprünglich die Kostenneutralität gegenüber dem früheren Tarif gefordert war, glaubt heute niemand mehr realistisch an dieses Postulat, es erwarten doch alle wieder über und durch den neuen Tarif einen neuerlichen Kostenschub im nächsten Jahr.

Dieser politische-finanzielle Druck behindert nun die Pläne des BSV. Die von uns schon seit über einem Jahr erwartete Verordnung für Psychotherapie ist vorläufig aufs Eis gelegt. Das BSV hat eine Untersuchung über die Zulassung von Psychologen zur Krankenversicherung durchgeführt und befürchtet einen neuen Kostenschub, wenn eine solche Verordnung in Kraft gesetzt würde. Eine Reduktion der apparativen Kosten in der Medizin durch Erweiterung der intellektuellen und emotionalen Leistungen der Anbieter war ursprünglich das eigentliche Ziel dieser Reform des Medizinaltarifs. Dieses ursprüngliche Ziel aber wurde unter dem Druck  der apparativ tätigen Ärzte leider verwässert.

Im Moment ist also das BSV durch die Planungsarbeiten für den neuen Medizinaltarif völlig ausgelastet, eine Verordnung für Psychotherapie macht  unter diesen Umständen erst Sinn,  wenn die Kriterien für die Zulassung ganz streng gehandhabt werden um die Zahl möglicher Leistungserbringer von vorne herein schon zu reduzieren. Bei einer solchen Regelung hat es wahrscheinlich keinen Platz für die Körperpsychotherapie®. Soviel zum " Worst-Case -Szenario". 

Im Moment sieht das BSV als einzige Möglichkeit die Erweiterung der delegierten Psychotherapie, es empfiehlt den psychologischen Psychotherapeuten sich mit den ärztlichen Psychotherapeuten zu verbinden und unter dem Vertrag der delegierten Psychotherapie zu arbeiten.  Dieser Bereich findet im neuen TARMED Katalog einen grösseren Spielraum als heute.

Die Demarche von SPV und FSP gemeinsam beim BSV nun endliche diese Verordnung herauszubringen, wird zwar zu einem Gespräch führen, leider aber wird es wahrscheinlich  bei der Anhörung bleiben.

Das BSV schient verzweifelt nach neuen Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Im letzten Jahr wurden ja alternativ medizinische Methoden neu in den Leistungskatalog aufgenommen. Man hatte ursprünglich geglaubt,  dies würde den  Konsum von technischen Leistungen reduzieren, das Gegenteil ist aber der Fall, die Patienten konsumieren sowohl als auch. Nun versucht das BSV in jüngster Zeit hier wieder das Rad etwas zurückzudrehen und bei der Zulassung der Alternativmedizin restriktiver zu werden.

Zusammenfassend gewinne ich den Eindruck, dass der Bundesrätin und dem BSV im Moment die Hände gebunden sind.  Die Situation ist verfahren, neue Impulse und ein Ausweg aus der Krise sind gefragt und gesucht.  Habt Ihr Ideen, Vorschläge oder könnt Ihr anderweitig zu neuen Impulsen beitragen ?

 

2. Die Situation im CH-EABP

Über die Situation in unserem Verband habe ich in meinem letzten Jahresbericht, der soeben Euch allen zugesandt worden ist (auch auf unserer Homepage : www: ch-eap.ch ersichtlich), versucht, die Situation der Körperpsychotherapie® in der Schweiz darzustellen. Unser Kongress ist äussert erfolgreich gewesen, wir haben bist jetzt nur positive Rückmeldungen erhalten, ein Gewinn von sFr. 50.000.--  erlaubt uns weitere wissenschaftliche Projekte finanziell zu unterstützen.

Inzwischen ist noch ein weiteres körperpsychotherapeutisches Institut bei der Charta aufgenommen worden (SIKOP, Downing), 6 KP-Institute sind nun bei der Charta, weitere werden folgen..... insgesamt 9 Institute für KP sind assoziierte Mitglieder unseres Verbandes. Ueber meine weitere Analyse der KP in der Schweiz siehe Jahresbericht 2000.

Ich selbst wollte eigentlich nach 8 Jahren Präsidentschaft Platz machen für eine neue Führungscrew, ich werde aber mangels Nachfolger dieses Amt nicht so leicht los, sodass ich weiterhin ad interim als Präsident fungiere. Der neue Vorstand hat sich bereit erklärt, mehr Arbeit zu übernehmen, für die Führung der Kasse konnte eine aussenstehende professionelle Person gefunden werde.

Parallel zum Europäischen Dachverband, wäre es nun sinnvoll, wenn wir in der Schweiz innerhalb des Verbands die wissenschaftlich-  fachlichen Kräfte sammeln könnten in Form einer 2. Kammer, die dann um die Belange der Weiterbildung und der Qualität der Methoden kümmern würde, die Mitgliederversammlung aber würde sich mehr um die Belange der Berufsausübung und die Interessen der Therapeuten kümmern.

Zusammenfassend sollte unser Verband eine Strukturreform durchführen, in welcher die Institute  sich als 2. Kammer parallel zur Generalversammlung zusammenfinden und dadurch auch mehr Verantwortung für Inhalte und Ziele des Verbandes übernehmen könnten.

3. Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle

Fragen der Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle nehmen in sämtlichen Berufskategorien einen zunehmend breiten Platz ein. Viele leiden unter zusätzlichem Papierkram und Untersuchungsaufwand. Darüber, dass Qualitätssicherung durchgeführt  werden muss, sind sich alle einig, das Wie und das Wann ist aber noch wenig ausgereift. Für die Körperpsychotherapeuten heisst dass, dass wir weiter wissenschaftlich die Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit unserer Methode untersuchen sollen (durch Wissenschaftsprojekte), aber dass wir auch die Fortbildung besser organisieren und strukturieren. Sämtliche diplomierte und ausgebildete Therapeuten sollten eine qualifizierte und qualifizierende Fortbildung mitmachen, und dass wir alle diese Möglichkeiten zur Verfügung stellen, sollte nach Aussen auch klar dokumentiert werden.

Gerade auf dem Gebiet der Qualitätssicherung sehe ich die Chance der Arbeit unser BSV Kommission. Da die wissenschaftlichen Kriterien für die Anerkennung der Methode zu wenig klar formuliert werden können, auch von den traditionellen Verfahren, wird in Zukunft wahrscheinlich mehr die Qualität der Weiterbildung und der regelmässigen Fortbildung als Anerkennungskriterium berücksichtigt werden. 

Für unseren Verband heisst das aber, dass wir neben der Organisation unseres regelmässigen Fortbildungszyklus und von Tagungen und  Kongressen noch weitere Fortbildungsangebote und Qualitätszirkel für unsere Mitglieder einrichten sollten. Ich meine auch, dass solche Fortbildungen sehr gut methoden- übergreifend innerhalb der Körperpsychotherapie® stattfinden sollten. (Bekanntlich sind unsere Gemeinsamkeiten grösser als die Unterschiede)

 

Einladung zu einer gemeinsamen Besprechung und Lagebeurteilung.

Um alle diese Fragen gemeinsam zu besprechen, und unser weiteres Procedere innerhalb der BSV Kommission festzulegen, möchte ich Euch wiederum treffen und bitte Euch um Mitteilung Eurer freien Daten:

Mein Vorschlag in Zürich ,

Mittwoch 2. Mai 2001,       19.30          bitte jeweils alle freien Daten angeben

Montag, 7. Mai 2001,         19.30        Es ist mir wichtig, das alle dabei sein könnten

Mittwoch, 9. Mai 2001,      19.30

Montag, 14. Mai 2001,      19.30

Mittwoch, 16. Mai 2001,   19.30        

Gerne erwarte ich Eure baldige Antwort, und bleibe mit herzlichem Gruss

 

Euer

Thomas Ehrensperger

Basel, 27. Februar 2001

 

 

© CH-EABP

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